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Ein neuzeitliches Märchen

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Ein neuzeitliches Märchen

Es war einmal …..

Es war einmal vor vielen Jahren  ein, über die Stadt- und Landesgrenzen hinweg geschätzter, stattlicher Mann. Er und seine Männer und Frauen und sein Parlament hatten ein schon über viele Jahre hinweg andauerndes, aber selbstgemachtes Problem, eine Bauruine am Rande der Stadt. Da hat es sich eines Tages ergeben, dass der stattliche Mann einen bislang unbekannten kleinen Mann getroffen hat und der stattliche Mann hat dem kleinen Mann von seinem Problem erzählt.

Daraufhin hat der kleine Mann gesagt, "das ist doch kein Problem für mich, das kann ich lösen, aber es wird so gebaut wie ich es will oder gar nicht". Der stattliche Mann war sofort begeistert, hat ihm doch der kleine Mann ein Problem abgenommen, das dem stattlichen Mann schon lange sehr schwer im Magen gelegen ist und um das er sich jetzt nicht mehr kümmern musste.

Als der stattliche Mann die Pläne dann den weiteren Verantwortlichen im Parlament vorgestellt hat, herrschte bei allen eine riesige Euphorie und Aufbruchsstimmung, sogar von einem "wohnungsbaupolitischem Quantensprung" und vom "Ei des Kolumbus" war die Rede und auch davon, dass sich der Bau gut der umgebenden Bebauung anpasst.

Bei allen ??  Nein, eine kleine Gruppe begann Widerstand zu leisten und aus dieser kleinen Gruppe wurde schnell eine große Gruppe und großer Widerstand. Alle Bemühungen und Anstrengungen der großen Gruppe haben letztendlich doch nicht zum Erfolg geführt. Das mächtige Parlament hat sich nicht umstimmen lassen, die Ansichten und Meinungen von rund 4.000 Untertanen sind einfach "demokratisch" unter den Tisch gefallen.

Viele weitere Monate gingen ins Land und das "gar kein Problem" ist mit der Zeit immer größer geworden. Ohne Moos nichts los und das Moos war einfach nicht aufzutreiben. Da wurde es selbst dem stattlichen Mann und dem Parlament zu bunt und sie haben dem kleinen Mann eine Frist gesetzt, die sie dann aber kurz darauf selber widerrufen haben. Sie hatten einfach Mitleid mit dem kleinen Mann, obwohl dieser sie in der Vergangenheit mehrfach angelogen hat oder nicht die Wahrheit gesagt hat. Aber das hat für den stattlichen Mann und für das Parlament keine Rolle gespielt und wurde einfach ignoriert oder klein geredet.

Eigentlich wäre das Märchen an dieser Stelle beendet, aber der kleine Mann hat wider besseres Wissen  für eine Verlängerung gesorgt. Getragen von einem unbändigen Willen und aus einer völligen Selbstüberschätzung heraus, hat der kleine Mann dann mit dem Bau des Projekts begonnen.

Eigentlich gehen alle Märchen gut aus. Dieses hier nicht. Geblendet von seiner eigenen Großmannssucht hat der kleine Mann bis zum Schluss behauptet "das ist doch nur ein kleines Problem." Mit diesem kleinen Problem muss sich jetzt der Insolvenzverwalter befassen.

Und die Moral von der Geschicht:

Verlass' dich auf solche Investoren nicht. Und der stattliche Mann hat sich mittlerweile auch vom Acker gemacht und sein Parlament alleine gelassen.

Hans-Peter Krause

 
 

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