Seit fast 50 Jahren, spätestens aber mit dem Abschied von der „Neckar-Alb-Autobahn“ wabert ein wie auch immer gearteter Nord-Ost-Ring (NOR) durch den politischen Nebel. Mal als Autobahn (A87), mal als Bundesstraße (B29) und in Varianten (2-streifig, 3-streifig,4-streifig). Und dabei wurden, mit den unterschiedlichsten Berechnungsmethoden, einerseits die verkehrlichen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten in den Vordergrund geschoben, andererseits jedoch die ökologischen Folgen mehr oder weniger nachrangig behandelt.
Im Ergebnis steht der Nordostring einerseits zwar im Bundesverkehrswegeplan und Regionalverkehrsplan, aber an einer Planung hat weder der Bund noch das Land Baden-Württemberg ein tatsächliches Interesse. Und zwar aus nachvollziehbaren Gründen. Übergangen werden zudem die Ablehnungen dieses Projekts durch eine Reihe von Städten in der Region: Stuttgart, Kornwestheim und insbesondere Fellbach.
Seit ein paar Jahren (2020) geistert eine Tunnelvariante des NOR herum: für seinerzeit schlappe 1,2 Mrd. €. Allerdings fand diese Idee, auch nach einem aufwändig inszenierten „Faktencheck“, wenig bis belanglose Resonanz.
Aktuell wird versucht, diese Tunnelvariante durch einen „Grünen Tunnel“ schmackhaft zu machen und mit scheinbar guten Gründen zu verkaufen. Der Preis hat sich dabei „nur“ um 400 Mio. € erhöht. Jetzt soll das für 1,6 Milliarden € machbar sein. Herausgekommen ist dabei, dass dieses Projekt, knapp aber präzise, nur eines ist: Unfassbar teuer.
Dies könnte einer der Gründe sein, weshalb sich MP Kretschmann das Konzept von den Initiatoren vorstellen ließ, aber zu keinen weiteren Gesprächen bereit war. Weder der Bund noch das Land lassen erkennen, dass es eine Planungschance gäbe.
Nicht einmal am verkehrspolitischen Horizont ist deshalb erkennbar, dass diese Variante machbar wäre: weder technisch, baulich oder gar finanziell.




